Die Urgeschichte des Krieger- und Veteranenvereins stammt bereits aus der Kaiserzeit.
Die Gründung solcher Vereine war eine grundsätzliche, soziale Notwendigkeit.
Gegründet wurde der Verein im Jahre 1874, damals unter dem Namen "Veteranen-Verein Waldzell". Leider - und doch verständlich - gibt es aus dieser Zeit keine Aufzeichnungen. Lediglich die Gründungsfahne, die noch in ausgezeichnetem Zustand erhalten ist, bezeugt diesen Zeitpunkt.

Die ersten Aufzeichnungen stammen aus dem Jahr 1918, hier gleich mit einem Foto:
Der Veteranen-Verein Waldzell um 1918
1. Reihe, von links nach rechts:
Erhart - Roidbauer
Buttinger - Weinberger
Moser - Mesnerin
Moser - Mesner
Huber Eduard - Schuster
2. Reihe, von links nach rechts:
Bubestinger - Tischler
Schrotshammer - Brast
Reif Jakob
Strasser Ignaz - Braster Naz
Seifriedsberger - Rechermacher
Ein weiteres Vereinsfoto wurde 1929 aufgenommen, hier die wortgetreue Erläuterung dazu:

Der Krieger- u.VeteranenVerein Waldzell im Jahre 1929
Vereinsaufnahme vom Jahre 1929
1.Reihe unten von links nach rechts.
Bachmeier Bäckermeister - Gschwantner - Georg Lang Gruberbauer - Mühlberger Mauerer Strass - Hargaßner Brandstötter - Hansbauer - Hansbäurin - Schmidbauer Hof Obmann - Dr. Maierhofer Gemeindearzt - Stranzinger Franz Burgstall - Göttner - Mautnerbauer - Brenner Jocherl Brackenberg - Maier Molkereileiter - Lehner Tischler Strass
2. Reihe von links nach rechts.
Godringerbauer - Walchetseder Schneider Bach - Grundoler Sepp - Stempfl Anton Schneiderpoidl - Andremichl Binder Mathias - Froschauer - Hirsch Hof - Rachbauer Georg Zimmerer Au - Johann Jöchtl Schmid Hof - Meierhofer Häuslmann Ludwig Huber - Schrattenecker Franz Hundspramöcker - Brunauer Michl Krämer Breitwies - Lang Michael Kranowitter - Steinberger Ludwig Holmbauer - Josef Seifried Lias Baumgarten -
3. Reihe von links nach rechts.
Jöchtl Anton Wagner Toni - Gottfried Steinberger Hacksperermüller - Walchetseder Hans Godringerhans - Aigner Au - Baum Max Mauerer - Maier Vorfahrer von Brettbacherschuster - Hattinger Johann Hattingerbauer - Bubestinger Ludwig Gemeindesekretär - Erhart Johann Schachingerhansl - Girhammer - Berghammer Ludwig Neuhauser - Schabetsberger Lenzbauer - Franz Walchetseder Schildorn Goaseder - Reif Alois
4. Reihe, ganz oben, von links nach rechts.
Stieglbauer Sepp - Weber Josef Hochstrass - Steinhofer Schuster - Badegruber Gidingbauer - Johann Lanz Schneidermeister - Steinbacher Mairöckermauerer - Johann Moser Schmiedemeister Waldzell - Seuerer Hans Orgeltreter - Schatzl Johann Schustermeister - Schober Franz Bindermeister - Strasser Dröscherbauer - Spieler Franz Waldberger - Kritzinger Johann Honer .---
Es gab schließlich keine Versorgung für die heimgekehrten Kriegsversehrten oder Kriegerwitwen.
Darüber hinaus waren die Vereinsziele:
- Kameradschaftliche Hilfe
- Aufrechterhaltung kultureller Belangen
- Wohltätigkeitsarbeiten (Spenden für verschiedene Vereine usw..)
Während des zweiten Weltkrieges war die Aufrechterhaltung des Vereines nicht möglich. In den 50iger Jahren setzte sich der bereits verstorbene Gruber (Droschlberger) ein, den Verein wieder ins Leben zu rufen und alte Uniformen, die vor dem zweiten Weltkrieg getragen wurden, wieder zu verwenden.
Erste Protokolle von verschiedensten Sitzungen gibt es aus dem Jahre 1955:
Protokoll
aufgenommen bei der am 6. 3. 1955 abgehaltenen Jahreshauptversammlung des Kameradschaftsvereines Waldzell.
Es gelangen folgende Punkte zur Besprechung:
- Begrüßung und Eröffnung durch Herrn Mayr.
- Geschäftsbericht über das Jahr 1954 durch den Schriftführer.
- Kassabericht durch den Kassenführer und überprüfen des Berichtes.
- Wahl des Obmannes. – Durch Krankheit kann der langjährige und verdienstvolle bisherige Obmann diese Stelle nicht mehr ausüben und legt sie zurück. Zum neuen Obmann wurde Herr Georg Lang einstimmig gewählt.
- Es wurde einstimmig beschlossen, Herrn Altobmann Bachmeier Johann beim 80-jährigen Gründungsfest zum Ehrenmitglied zu ernennen.
- Das achtzigjährige Gründungsfest findet am Sonntag, 3. Juli 1955 statt. Die näheren Angaben und Arbeiten obliegen dem Festausschuß.
- Wahl des Festausschusses. Es wurden dazu gewählt der Schriftführer Josef Mayr und dessen Stellvertreter Burgstaller, der Obmann Georg Lang, der Bürgermeister Michael Lang, der Herr Pfarrer, sowie die Herren Steinberger, Kirchsteiger, Hofpointner, Stockhammer, Muxeneder und Georg Salhofer.
- Es werden – um ein einheitliches Bild beim Gründungsfest zu machen – Schnurhüte gekauft.
- Einheben des Mitgliedsbeitrages. Der Beitrag bleibt in gleicher Höhe, nur werden die Mitglieder – in Anbetracht der Ausgaben beim kommenden Fest – ersucht, freiwillig etwas mehr zu geben.
- Am Schlusse dankte der neugewählte Obmann des Vereines für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und bat, in Anbetracht des kommenden Gründungsfestes fest zusammenzuhalten, denn es liegt an jeden Kameraden, wenn das Fest ein voller Erfolg werden soll und schloss damit die Jahreshauptversammlung
PROTOKOLL,
aufgenommen bei der am 2. 3. 1955, bei der Festausschußsitzung des Kameradschaftsvereines Waldzell.
Zur Besprechung gelangen folgende Punkte:
- Die Festkanzlei wurde für das Gründungsfest großzügigerweise vom Bürgermeister (Bürgermeisterzimmer im Gemeindebau) zur Verfügung gestellt.
- Die Abzeichen sind von den Festdamen in der Festkanzlei zu holen.
- Als Ordner werden die Herren Goldberger, Maier Alois, Meier Martin, Hargaßner Franz und der alte Lenzbauer ersucht – zu fungieren.
- Bezüglich der Einladungskarten soll vorläufig beim Pressverein angefragt werden.
- Die Fahnenpatin Strasser (Hansbäurin) spendet die Fahnenbänder, wofür ihr bei einem geeigneten Anlasse gedankt werden wird.
- Für die Abzeichen wird der Preis von 3,- S verlangt. (Farbe schwarz – gelb)
- Der Zeitpunkt der nächsten Sitzung wird vom Obmann festgelegt.
Protokoll,
aufgenommen bei der am 21. 4. 1955 abgehaltenen Festausschußsitzung des Kameradschafts-Unterstützungsvereines Waldzell.
Zur Besprechung gelangen folgende Punkte:
Gestaltung des Festes:
Am Vortag des Festes (2. 7.) ist um 20 Uhr eine Kriegerehrung beim Kriegerdenkmal. Die Musik holt hiezu die Fahnenpatin und Fahne und anschließend den Altobmann Bachmeier.
20 Uhr Kriegerehrung mit Kranzniederlegung
Ausarbeitung des Festprogramms.-
5 Uhr – Weckruf durch die Musik
8 – 9 Uhr: Empfang der Vereine
½ 10 Uhr: Aufstellung zum Kirchenzug
10 Uhr: Festgottesdienst in der Pfarrkirche
14:30 Uhr: Aufstellung zum Festzug
14 Uhr: Festzug
14:30 Uhr: Festrede, Bändererteilung durch die Fahnenpatin, anschließend Defilierung und Auflösung – Konzert in den einzelnen Gasthäusern
- Die Einladungskarten werden im Mai ausgeschickt und die einzelnen Vereine dabei ersucht, bis längstens 10. Juni zurückzuantworten.
- Am Mikrophon wird Herr Dir. Hofpointner die Gäste begrüßen.
- Um die Telefone kümmert sich Herr Georg Salhofer.
- Die Telefone müssen in Verbindung mit der Festkanzlei stehen, in der sich der Kassier, der Festobmann der Schriftführer und als Läufer Herr Lanz befindet.
- Die Tribüne wird beim Gemeindeamt aufgestellt.Ale Ehrengäste werden eingeladen: Der Festredner Herr Landtagsabgeordneter Dr. Kranzlmayr, der Herr Bezirkshauptmann, alle Ehrenbürger der Gemeinde, Herr Dr. Peterlik, Dr. Prihoda, der Herr Bürgermeister, Herr Pfarrer, die Schulleiter beider Schulen, die Fahnenpatin, Herr Inspektor, die Gendarmeriebeamten, Herr Baumeister Mayr und Herr Marschall.
PROTOKOLL,
aufgenommen bei der am 16. 6. 1955 stattgefundenen Sitzung des Kameradschaftsvereines Waldzell.
Jene Mitglieder des Vereines, welche durch ihr Alter nicht mehr gehfähig sind, werden mit Landauern gefahren.
- Ehrenobmann Bachmeier und Fahnenpatin Strasser
- Bunzerbauer, Mauthner und Erler
- Lehner Tischler, Walchetseder und Mühlberger.
- Die Landauer stellen Leitner, Mairinger und Bachmeier zur Verfügung.
- Pferde von Mauthner, Leitner und Goldberger (Strasser).
- Reiter: Tierarzt, Harringer und Hofmann Josef. Die Reiter reiten in Dragoneruniformen, um die Pferde haben sie sich selbst zu kümmern.
- Der Fähnrich mit der alten Fahne sowie seine 4 Begleiter marschieren in Veteraneruniform.
- Es werden die Bretter für die Bühne von Leitner und Fleischhacker zur Verfügung gestellt. Die Bühne wird vom Baumeister Mayr aufgestellt.
- Es werden 14 Stehfahnen (Besorgung durch Mairinger) benötigt.
- Die Einladungen an die Ehrengäste werden demnächst ausgeschickt.
- Punkte für den Festredner: Gründung des Vereines durch Baumeister Kramer im Jahre 1875 – Militär-Veteranenverein, 1922 – 27 umgetauft auf Heimkehrerbund, nach 1927 wieder Krieger- und Veteranenverein, nach dem 2. Weltkrieg Wiederaufrichtung des Vereines – 1950.
- Festlegen der Ehrenjungfrauen und Taferlbuben.
- Kassiere: Sattlegger, Seifried (Lenzauer), Weber Josef, Goldberger Josef (Strasser Espp), Wimplinger Georg und Machl (Braster).
- Ordner: Lenzbauer (alt), Meier Martin Simandl, Moser Johann, Stockhammer und Bachmeier Franz
- Telefonist: Tommerl – Nussbaum, Föderinger, Fingerlinger, Muxeneder und Molkereileiter.
Burgstaller Fritz, Georg Lang

PROTOKOLL;
aufgenommen bei der am 21. 2. 1957 abgehaltenen Sitzung des Kameradschaftsvereines Waldzell.
Anwesend sind alle Ausschußmitglieder, es gelangen folgende Punkte zur Besprechung:
- Die diesjährige Jahreshauptversammlung wird für Sonntag, den 17. 3. 1957 bestimmt.
- Der Mitgliedsbeitrag wird auf 30,- Schilling erhöht.
- Durch die hohen Ausgaben bei Festlichkeiten wird ab nun nur mehr die Fahrt oder das Bier – je nach Günstigkeit für den Verein – bezahlt.
- Es wird bei der Sicherheitsdirektion angesucht, das Tragen des alten Namens „K r i e g e r – u – V e t e r a n e n v e r e i n W A L D Z E L L“ sowie der alten Fahne wieder zu erlauben.
- Der Ankauf eines neuen Kranzes für Begräbnisse bei Kameraden wird beschlossen.
- Aufnahme von Neumitgliedern ist nur durch den Ausschuß möglich.
- Um die Kassen wieder zu füllen, wird in diesem Kalenderjahr ein Familienabend des Vereines abgehalten
Burgstaller Fritz, Georg Lang
PROTOKOLL,
aufgenommen bei der am 17. 3. 1957 abgehaltenen Jahreshauptversammlung des Kameradschaftsunterstützuingsvereines Waldzell:
- Begrüßung der Mitglieder und Eröffnung der Versammlung durch Obmann Georg Lang.
- Geschäftsbericht des Schriftführers über das Jahr 1956.
- Kassabericht des Kassiers Sattlegger und Entlastung desselben durch Herrn Aspöck und Salhofer in Nussbaum.
- Einstimmig wurde beschlossen:
- Der Zutritt zum Landesverband des Österreichischen Kameradschaftsbundes wird abgelehnt.
- Erhöhung des Mitgliedsbeitrages von 20,- auf 30,- Schilling.
- Änderung des jetzigen Namens „Kameradschaftsunterstützungsverein“ auf den bereits früher getragenen Namen „KRIEGER- und VETERANENVEREIN WALDZELL“
5. Die Mitglieder des Vereines können jederzeit in die Chronik eingetragen werden. Einschreibgebühr: 10,- S
Georg Lang, Burgstaller Fritz (Oberlehrer)
Fortsetzung folgt!
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